theatrale subversion | abstracts of men (2018)
 

abstracts of men (2018)

Videoinstallation (45 Minuten) im Rahmen vom Tag des offenen Denkmals in HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste Dresden.

„Brauchen wir wirklich ein wahres Geschlecht? Mit einer Beharrlichkeit, die an Starrsinn grenzt, haben die Gesellschaften des Abendlandes dies bejaht. Hartnäckig haben sie diese Frage nach dem wahren Geschlecht in einer Ordnung der Dinge ins Spiel gebracht.“ (Foucault)

Die Videoinstallation „abstracts of men“ ist aus der gleichnamigen Inszenierung der Regisseurin Romy Weyrauch aus dem Jahr 2009 hervorgegangen. Die Arbeit knüpft an die öffentlich geführte Debatte um die Identitätskrise der Männlichkeit an und hinterfragt die Vorstellung eines wahren Geschlechts. Ausgangspunkt war der zugewandte und forschende Blick der Theatermacherin auf Männer gewesen. Mit dem Anliegen einen Raum zu schaffen, der einen freien, möglichst unverstellten Blick auf Männer ermöglicht, entstand „abstracts of men“ mit zahlreichen Männern und einem ausschließlich weiblichen Produktionsteam. In mehr als 20 Stunden Gespräch befragte Romy Weyrauch Männer aller Altersstufen zu ihrer Männlichkeit. Gemeinsam mit eigens für die Produktion entstandenen Filmporträts der Videokünstlerin Diana Wesser, die Männer in ihrer privaten Umgebung mit der Kamera begleitete, ensteht ein Panorama subjektiver Sichtweisen und Erfahrungen von Männlichkeit.

Für die Videoinstallation hat das Künstler*innenkollektiv theatrale subversion das Material neu bearbeitet und sortiert. Den Trailer zur Inszenierung kann man hier sehen:

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Videoinstallation

(Konzept, Regie, Schnitt)

Romy Weyrauch

 

Filmporträts

Diana Wesser

 


„Wirkliche Tiefe verweist immer nur auf sich selbst. Auch ein großer Theaterabend kann seinen Gegenstand vergessen. Kann ihn vergessen machen, weil er nicht über etwas handelt, sondern durch ihn hindurch spielt. […] Regisseurin Romy Weyrauch setzt auf eine vernachlässigte Sparte theatraler Intensität: die sorgsame Anreicherung der Figurenbeziehungen. Sie vertraut dabei unterschwelligen Korrespondenzen, einem fast eleganten Rhythmus, der diese reichliche Theaterstunde selbst zu einem mehrstimmigen Gespräch zwischen Bühne und Parkett macht. Yves Regenass, Friedolin Müller und Arthur Romanowski spielen präzise, aufrichtig und verrückt – das eröffnet jenen erstaunlichen Strudel von Authentizität, in dem der Abend aufsteigt.“ 

 Stefan Kanis, Leipziger Volkszeitung

 


Gefördert durch: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsische Lottostiftung, Friedrich-Weinhagen-Stiftung